Konzerte, Bands und Events von Karlsruhe bis Stuttgart und weltweit

„Umsonst und Draußen“ – und Tot

Die Zeit, in der man kostenlos große Bands in toller Atmosphäre bejubeln konnte, ist wohl vergangen. Nicht nur das „kleine“ Happiness-Festival sondern auch das größte seiner Art, DAS FEST in Karlsruhe, bittet die Besucher in diesem Jahr zur Kasse.

Und der Grund dafür sind nicht primär die fehlenden Einnahmen durch zu wenige Besucher, im Gegenteil, es sind zu viele Besucher. Ein echtes Luxusproblem, dass die Veranstalter da haben.

Die Kosten für Sicherheit und Reinigung steigen exponentiell zur Besucherzahl, ebenso die Abgaben z.B. an die GEMA. Aber selbst das liesse sich warscheinlich über Getränke-Einnahmen und Sponsoren finanzieren.

Das Problem liegt vor allem am Publikum selbst, die Selbverständlichkeit der Sache, dass man tun und lassen kann was man will. Rücksicht ist oft ein Fremdwort und gepaart mit dem Verlangen eines jeden, den besten Platz zu haben wird daraus ein großes Sicherheitsrisiko. Da werden auchmal die Bauzäune um das Gelände kurzerhand umgeschmissen, damit man nicht den ganzen weg bis zum Ausgang gehen muss, sondern gleich „draussen“ ist. Ich selbst habe mich schon oft durch die Massen an der Günther-Klotz-Anlage gekämpft , und erlebt, wie sich eine Sardine in der Dose wohl fühlt. So etwas wie einen Kreislaufkollaps, oder eine, an dem rumliegenden Müll zugezogene Wunde möchte ich mir nicht vorstellen, da man aus der Menge kaummehr rauskommt.

Ich erhoffe mir, wie die Veranstalter wohl auch, dass es auf den Festivals wieder angenehmer wird, Störenfriede abgeschreckt und vielleicht mal 2-3 leute weniger kommen werden.

„Was nix kostet, taugt nix“ ist ein alter Spruch, den man nun wieder hervorziehen kann. Jedoch haben die „U&D’s“ natürlich was getaugt, aber warscheinlich sind sie, leider, nichtmehr zeitgemäß. Diese Entwicklung ist wirklich schade.

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2 Antworten

  1. Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass die Eintrittspreise immer noch sehr günstig (5€ für das Fest?) sind und deutlich unter denen von „Vollpreiskonzerten“ oder eines Kinobesuchs liegen. Durchaus akzeptabel also.

    25/03/2010 um 10:18 pm

  2. Ich habe ja nicht behauptet dass ich die Preise für überteuert halte, natürlich sind sie sehr human. Das zeigt aber, dass es weniger aus wirtschaftlichen Gründen geschieht. Es geht darum, diejenigen, die nicht wegen der Musik kommen, sondern um sich selbst darzustellen, zu bereichern („mitnehmen was nur geht“) eben abzuschrecken. Und das ist es, was eben das traurige daran ist.
    Es ist ein gesamt-gesellschaftliches Problem. Das hier ist eine Auswirkung davon, das Koma-saufen gehört z.B. genauso dazu…

    26/03/2010 um 3:09 am

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